{"id":2746,"date":"2017-03-19T11:26:13","date_gmt":"2017-03-19T10:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vfw.or.at\/?page_id=2746"},"modified":"2025-11-23T14:56:24","modified_gmt":"2025-11-23T13:56:24","slug":"theoriekranzchen-bisher","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/vfw.or.at\/index.php\/archiv\/theoriekranzchen-bisher\/","title":{"rendered":"Theoriekr\u00e4nzchen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Momentan sind keine Veranstaltungen geplant.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Wir haben das Bed\u00fcrfnis nach inhaltlichen Diskussionen jenseits von Vortr\u00e4gen, Lehre etc. Wir haben Lust darauf, gemeinsam feministische Theorien zu besprechen und freuen uns, wenn m\u00f6glichst viele mit uns diskutieren.<br>Wir wollen Texte lesen, die uns gerade interessieren,<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u2022<\/strong> &nbsp; weil sie uns gerade in unserer Arbeit untergekommen oder wichtig sind,<br><strong>\u2022<\/strong> &nbsp; weil sie aktuell diskutiert werden,<br><strong>\u2022<\/strong> &nbsp; weil wir auf dem Laufenden bleiben wollen,<br><strong>\u2022<\/strong> &nbsp; weil uns gerade eine Frage\/ eine Perspektive\/ ein*e Forscheri*n interessiert \u2026<br><strong>\u2022<\/strong> &nbsp; weil\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Der jeweilige Text kann auf Anfrage an <a href=\"mailto:vfwkontakt@yahoo.com\">vfwkontakt@yahoo.com<\/a> zugesendet werden. Die Infos zu den <a href=\"https:\/\/www.vfw.or.at\/index.php\/archiv\/theoriekranzchen-bisher\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">bisher diskutierten Texten<\/a> finden sich unten (2015-2018) <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Wir freuen uns SEHR \u00fcber alle, die mit diskutieren\u00a0 wollen &#8211; gerade auch wenn ihr es bisher nicht zu uns geschafft habt. Damit dabei das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, sorgen wir f\u00fcr Getr\u00e4nke und Knabbereien. \u00dcber Anmeldungen freuen wir uns, damit wir eine Idee bekommen, wie viel wir einkaufen sollen ;-).<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ihr Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Texte habt, die wir im Anschluss diskutieren k\u00f6nnten, bringt diese gerne mit.<\/p>\n\n\n\n<p>Planet 10 ist durch die Hofeinfahrt dann durch die Garage\/grosser Veranstaltungsraum barrierefrei zu erreichen (1 kleine Rampe \u00fcber die Schwelle der Garagen-\/Veranstaltungsraumt\u00fcr) und hat ein barrierefreies WC (siehe: <a href=\"https:\/\/planet10wien.wordpress.com\/barrierefrei-accessible-planet\/\" rel=\"noreferrer\">https:\/\/planet10wien.wordpress.com\/barrierefrei-accessible-planet\/<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>THEORIEKR\u00c4NZCHEN bisher<\/strong><\/p>\n\n\n<header class=\"entry-header\">19. November 2018<\/header>\n<header><\/header>\n<header class=\"entry-header\"><b>Karen Brodkin, \u201cNot Quite White: Gender and Jewish Identity\u201d<\/b>Wir diskutieren\u00a0 Karen Brodkins Kapitel: \u201cNot Quite White: Gender and Jewish Identity\u201d<b> <\/b>aus ihrem Buch <em>How Jews Became White Folks and What That Says about Race in America<\/em> (Brunswick, N.J.: Rutgers University Press, 1994).<\/p>\n<p>Sie selbst umreisst das Kapitel folgenderma\u00dfen: \u201cThis chapter explores the meaning of Jewish ethnic identity in a period when Jews were assigned to the not-fully-white side of the racial spectrum. The first part argues that one of several coexisting forms of Jewish identity, namely Jewish socialism, was hegemonic in New York City\u2019s turn-of-the-century immigrant Jewish communities. The second part homes in on those communities\u2019 constructipns of Jewish women of my grandmothers\u2019 generation, especially about the ways they differed from dominant white ideals. How were my fairly apolitical grandmothers connected as women and as Jews to a progressive, Jewish working-class culture? What was my political inheritance from this culture?\u201d<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"entry-title\"><span style=\"font-size: 16px;\">15. Oktober 2018<\/span><\/p>\n<p><b>Reynaldo Anderson: <\/b>\u201c<b>Afrofuturism 2.0 and the Black Speculative Arts Movement: NOTES ON A MANIFESTO<\/b>\u201d .<\/p>\n<p>Wir kreisen also nochmals um das Thema des Afrofuturismus, sind nun jedoch bei Version 2.0 angelangt. Allerdings gibt Anderson in dem Text einen ausgezeichneten \u00dcberblick \u00fcber alles, was bisher geschah. Das Black Speculative Arts Movement bezeichnet er in einem Interview als Palette von K\u00fcnstler*innen, Intellektuellen und Aktivist*nnen, die sich bei Conventions treffen sowie als Sammelbegriff, der verschiedenen Positionen einbezieht: Magischen Realismus, Afrofuturismus, Schwarze Science Fiction, black quantum futurism, Afro-Surrealismus, Ethnographie. Welche*r sich einen (\u00e4sthetischen) Eindruck verschaffen mag, hier der Link zur Homepage: <a href=\"https:\/\/www.bsam-art.com\/\">https:\/\/www.bsam-art.com\/<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"entry-title\"><span style=\"font-size: 16px;\">03. September 2018<\/span><\/p>\n<p><b>Sam McBeam<\/b>, \u201c<b>feminism and futurity: revisiting Marge Piercy\u2019s <i>Woman on the Edge of Time<\/i><\/b>\u201d<br \/>(Feminist Review 107, 2014, 37-56)<\/p>\n<p>Der f\u00fcr feministische Bewegungen in vielerlei Hinsicht so wichtige Roman <b>Woman on the Edge of Time<\/b> (New York: Alfred A. Knopf, 1976; aus dem Englischen neu bearbeitet von Karsta Frank auf Grundlage der \u00dcbersetzung von Norbert Werner &amp; Hertha Zidek, <b>Die Frau am Abgrund der Zeit<\/b>, Berlin, Hamburg: Argument, 1996 ) von Marge Piercy wird meist als Meilenstein der utopischen Literatur gelesen. Sam McBeam konzentriert sich in ihrer Lekt\u00fcre jedoch nicht auf die Frage nach der Utopie oder dem Verh\u00e4ltnis zur feministischen Theorie, sondern auf aktuelle feministische Debatten um Zeitlichkeit und Zuk\u00fcnftigkeit. Dabei geht es gerade auch um das Verh\u00e4ltnis der Zukunft zur Vergangenheit. Die Zukunft, so McBeam, wird in <i>Woman on the Edge of Time<\/i> durch Themen wie Verlust, Trauer sowie Verfolgung durch die Vergangenheit dargestellt. Damit verweigere sich der Roman einem linearen Zeitmodell und stelle vielmehr eine komplexe Verbindung zwischen Zukunft und Vergangenheit her. Er repr\u00e4sentiere daher eine Form feministischer Zuk\u00fcnftigkeit, die das zeitliche Voranschreiten als notwendig holprig, diskontinuierlich und fragmentiert begreift. Die Lekt\u00fcre von <b>Woman on the Edge of Time <\/b>ist ein unbedingter Gewinn, aber keine Voraussetzung zum Verst\u00e4ndnis von McBeams Text.<\/p>\n<hr \/>\n<p class=\"entry-title\"><span style=\"font-size: 16px;\">09. August 2018<\/span><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><strong><span style=\"font-size: 16px;\">Melanie Kaye\/Kantrowitz: \u201cAre Jews White?\u201d<br \/><\/span><\/strong>In: <i>The Colors of Jews. Racial Politics and Radical Diasporism. <\/i>Bloomington: Indiana UP,\u00a0 2007, 1-32<\/p>\n<\/header>\n<section class=\"entry-content\">Als Ausgangspunkt ihres Buches benennt Kaye\/Kantrowitz verschiedene Annahmen, denen sie etwas entgegensetzen will, wie zum Beispiel dass alle J\u00fcd*innen aus Osteuropa k\u00e4men und Jiddisch spr\u00e4chen. Oder dass Judentum oder J\u00fcdischkeit einzig eine Frage der Religion, s\u00e4kularer Judaismus folglich ein Widerspruch in sich sei. Oder dass (alle) J\u00fcd*innen als <i>w<\/i>ei\u00df zu deklarieren etwas kl\u00e4re oder aber (alle) J\u00fcd*innen als People of Color zu bezeichnen. Oder dass das Leben in der Diaspora immer ein irdisches Jammertal ist, dem alle J\u00fcd*innen entkommen m\u00f6chten \u2013 ihr geht es ja gerade um einen Beriff der \u2018radikalen Diaspora\u2019. In diesem ersten Kapitel untersucht Kaye\/Kantrowitz die widerspr\u00fcchlichen Annahmen in Bezug auf J\u00fcd*innen und Rassisierung aus historischer Perspektive und betont, dass die Geschichte der Aschkenasim oft als allgemeine j\u00fcdische Geschichte\u00a0 gelesen wird.<\/section>\n<hr \/>\n<p>2. Juli 2018<\/p>\n<p><b>Patricia Melzer<\/b><b>, \u201cThe Alien in Us: Metaphors of Transgression in the Work of Octavia E. Butler\u2019\u201d<\/b><\/p>\n<p>Melzer diskutiert die Werke von Octavia Butler im Kontext postmoderner feministischer Theorien, die sich mit der Aufl\u00f6sung und Transgression von Grenzen befassen. Sie untersucht, wie sich die politische Neukonzeptualisierung von Differenz in Butlers Fiktionen in der Interaktion menschlicher Protagonist*innen mit Aliens und anderen nicht-menschlichen Protagonisti*nnen spiegeIt und wie diese Interaktionen die Opposition Differenz und Identit\u00e4t destabilisieren.\u00a0 Melzer geht es in ihrer Textanalyse darum, den Beitrag von Butlers Fiktionen (vor allem der <i>Xenogenesis<\/i>-Trilogie, <i>Kindred <\/i>und der <i>Patternist\/Musternisten<\/i>-Serie) zu feministischen Diskussionen \u00fcber Machtverh\u00e4ltnisse und Differenz zu beleuchten: n\u00e4mlich Butlers Prinzip der (kulturellen und k\u00f6rperlichen) Grenz\u00fcberschreitung als Widerstand gegen Kolonisierung und Herrschaft. Dabei arbeitet sie die zentralen Metaphern heraus, die Butler f\u00fcr ihre Untersuchung von Identit\u00e4t und Differenz verwendet: Au\u00dferirdische, Mensch-Alien-Hybride und menschliche Mutanti*nnen, welche Kategorien wie \u2018Mensch\u2019 in Frage stellen und konkrete Alternativen anbieten, feministische Subjekte zu imaginieren.<br \/>Die Lekt\u00fcre von Octavia Butlers Werken ist zweifellos nicht nur sehr spannend, sondern auch bereichernd, sie stellt jedoch keine Voraussetzung dar, um Melzers Text folgen zu k\u00f6nnen. Falls welche m\u00f6chten und keinen ganzen Roman (ganz zu schweigen von einer Trilogie) lesen k\u00f6nnen oder wollen, empfehlen wir die Kurzgeschichten \u201cBloodchild\u201d und \u201cThe Evening, the morning, the night, and after\u201d.<\/p>\n<hr \/>\n<p>4. Juni 2018<\/p>\n<p><b>Sherryl Vint<\/b><b>, &#8222;Becoming Other: Animals, Kinship, and Butler&#8217;s &#8218;Clay&#8217;s Ark'&#8220;<\/b><\/p>\n<p>Sherryl Vint untersucht in ihrer Lekt\u00fcre des Romans <i>Clay&#8217;s Ark<\/i> (1984; bislang leider nicht \u00fcbersetzter Teil der Patternmaster\/Musternisten-Reihe) der Pionierin* afrofuturistischer Science Fiction Octavia Butler, wie die Grenze dessen, was als Mensch oder menschlich gilt im Verh\u00e4ltnis zum Tierischen gezogen wird sowie die \u00dcberschneidungen der Mensch\/Tier-Grenzziehung mit dem Othering. Butlers Werke, so Vint, hinterfrage die Vorstellung kategorischer Ausschl\u00fcsse, wie sie implizit in der Unterscheidung zwischen Mensch und Tier enthalten sind. Auf diese Weise gelinge es ihr, die Logik von Diskriminierung herauszuforden und nicht &#8217;nur&#8216; bestimmte Formen von Diskriminierung als sexistisch, rassistisch &#8230; herauszustellen. <i>Clay&#8217;s Ark<\/i>, in dem ein Virus Menschen scheinbar in Mensch-Tier-Hybride transformiert, untersucht Vint mithilfe Deleuze&#8216; and Guattaris Modell von Subjektivit\u00e4t als eine Repr\u00e4sentation des Tier(isch) Werdens. Butler entwerfe so eine neue Form von Subjektivit\u00e4t<i>:<\/i><br \/><i>&#8222;<\/i>This novel examines a new way of being human, a new kind of subjectivity that is constituted precisely via a new sense of kinship with our animal others. Butler interrogates the boundary between humans and animals, aware of how this boundary has been historically deployed against some homo sapiens, and she provides a new kind of hybrid human subjectivity as a vision of how we might begin to rethink our ethical and political structures in this age of biopolitics, suggesting a new model not constructed via the separation of human and animal.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Lekt\u00fcre von Clay&#8217;s Ark ohne Zweifel bereichernd ist, stellt sie keine Voraussetzung dar, um Vints Text folgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>7. Mai 2018<\/p>\n<p><b>T<\/b><b>iffany Barber, &#8220; Cyborg Grammar? Reading Wangechi Mutu\u2019s <\/b><b><i>Non je ne regrette rien<\/i><\/b><b> through <\/b><b><i>Kindred<\/i><\/b><b>&#8220; <\/b>aus dem Sammelband <i>Afrofuturism 2.0. The Rise of Astro-Blackness<\/i> (Hg. von Reynaldo Anderson und Charles E. Jones. Lanham, New York: Lexington Books, 2016, 23-44).<\/p>\n<p>Tiffany Barber analysiert die Collage <i>Non je ne regrette rien<\/i> der K\u00fcnstlerin* Wangechi Mutu gemeinsam mit dem Roman <i>Kindred <\/i>von Octavia Butler in Hinblick auf die Einschreibung von Differenz in Schwarze weibliche K\u00f6rper. Beide verhandeln Cyborg-Themen und verwenden Elemente der Science Fiction und Fantasy als Methode, Vergangenheiten, Gegenwarten und vor allem alternative, wenn auch nicht notwendig erl\u00f6sende Zuk\u00fcnfte vorzustellen. Collage wie Roman stellen fragmentierte Schwarze weibliche Subjektivit\u00e4t und K\u00f6rper dar und eben hier liegt Barbers Interesse. Sie untersucht Nutzen und Grenzen der Darstellung von Fragmentierung in Bezug auf Rassisierung, Geschlecht und Sexualit\u00e4t. Dabei wirft sie unter anderem folgende Fragen auf:<\/p>\n<p>What about black female subjectivity requires a futurist context?<br \/>What are the generative possibilities for black female bodies historically represented as quintessentially other, abject, and alien?<br \/>What is at stake in privileging a project that ultimately produces dismembered black female bodies?<\/p>\n<p>Im Text findet sich leider nur eine Schwarz-Wei\u00df-Reproduktion von <i>Non je ne regrette rien<\/i>. Aus diesem Grund wollen wir gemeinsam eine farbige Reproduktion sowie weitere Werke von Wangechi Mutu betrachten, wenn wir Tiffany Barbers Text diskutieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p>23. M\u00e4rz 2018<\/p>\n<p>Auf die Ausnahme folgt die Ausnahme: Nachdem wir beim letzten Theoriekr\u00e4nzchen angeregt nicht \u00fcber einen Theorietext, sondern \u00fcber\u00a0<b>Octavia Butlers SF-Roman Kindred &#8211; Verbunden (1979)<\/b>\u00a0und dessen\u00a0<b>2016\u00a0<\/b>bei w_orten &amp; meer erschienenen\u00a0<b>Neu\u00fcbersetzung\u00a0<\/b>von\u00a0<b>Mirjam Nuenning<\/b>\u00a0diskutiert haben, lesen wir dieses Mal nicht nur einen Text, sondern sehen auch einen Film. Inhaltlich bleiben wir quasi beim Thema, gilt Octavia Butler doch u.a. als eine der Vertreteri*nnen eines Afrofuturism. In Kindred allerdings besch\u00e4ftigt sich Butler mit der Vergangenheit der Sklaverei sowie deren Folgen f\u00fcr die Gegenwart.<\/p>\n<p>Nun also wollen wir uns der Gegenwart und der Zukunft zuwenden, nicht irgendeiner, sondern den &#8222;Verschr\u00e4nkungen von Technokultur und Schwarzen diasporischen Geschichten&#8220; beziehungsweise &#8222;African American voices with other stories to tell about culture, technology and things to come&#8220;, wie Alondra Nelson, eine wichtige Vertreterin* den Afrofuturism beschreibt. Zu diesem Zweck lesen wir den einf\u00fchrenden Text von\u00a0<b>Alondra Nelson<\/b>,\u00a0<b>Future\u00a0<\/b><b>Texts\u00a0<\/b>zu der von ihr herausgegebenen Ausgabe von Social Text (71, Vol. 20, No. 2, Summer 2002) zum Thema.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sehen wir uns gemeinsam\u00a0<b>John Akomfrahs\u00a0<\/b><i><b>The Last Angel of History<\/b>\u00a0<\/i>an, eine Mischung aus Doku und Fiktion aus dem Jahr\u00a0<b>1996<\/b>, in der er sich mit Afrofuturismus besch\u00e4ftigt. Ein fiktiver Datendieb reist durch Raum und Zeit, dabei interviewt er u.a. George Clinton, Samuel R. Delany, Nichelle Nichols, DJ Spooky, Ishmael Reed, Greg Tate und Kodwo Eshun und verfolgt dabei die Verbindungen zwischen Musik, (Welt)Raum, Futurologie und Diaspora.<\/p>\n<hr \/>\n<p>19. Feber 2018<\/p>\n<p><strong>Octavia Butler:<em> Kindred &#8211; Verbunden<\/em><\/strong> (1979), das <strong>2016 in neuer \u00dcbersetzung <\/strong>von Mirjam Nuenning und mit einem Vorwort von der \u00dcbersetzerin und Sharon Dodua Otoo bei w_orten &amp; meer erschienen ist.<\/p>\n<p>Wir diskutierten ausnahmsweise keinen Theorietext, sondern einen Roman: Dana, die Hauptfigur in Kindred, ist eine junge, frisch verheiratete Schriftstellerin*, die im Jahr 1976 in Kalifornien lebt, als sie unversehens in ein Zeitloch gezogen wird. Sie findet sich im 19. Jahrhundert auf einer Plantage in den S\u00fcdstaaten wieder, wo sie den kleinen Jungen Rufus vor dem Ertrinken rettet. In den n\u00e4chsten Wochen wiederholen sich diese unerkl\u00e4rlichen Zeitreisen immer h\u00e4ufiger, in denen sie jedes Mal Rufus Leben rettet, einmal nimmt sie sogar ihren Ehemann mit. Dar\u00fcber hinaus denen sich die Zeitr\u00e4ume, die sie in der Vergangenheit der Sklaverei verbringt, immer weiter aus. Auf diese Weise erlebt Dana das System der Sklaverei am eigenen Leib &#8211; ein Kunstgriff, mittels dessen Butler zeigt, wie die Sklaverei die Gegenwart heimsucht und in ihr fortwirkt. &#8222;Eindringlich wie mitrei\u00dfend&#8220;, so der Verlag, &#8222;schildert Octavia E. Butler in \u00bbKindred \u2013 Verbunden\u00ab die Geschichte von Dana und reflektiert darin die vielschichtigen Verbindungen von Rassismus und Sexismus in Vergangenheit und Gegenwart.<\/p>\n<p>Neben Butlers bahnbrechenden Roman m\u00f6chten wir auch \u00fcber die \u00dcbersetzung diskutieren. Denn <strong>w_orten &amp; meer<\/strong> versteht sich als <strong>Verlag f\u00fcr antidiskriminierendes Verhalten<\/strong>. Insofern sind wir sehr gespannt auf die Sprachformen, die die \u00dcbersetzerin* Mirjam Nuenning gefunden hat, um diesen Roman ins Deutsche zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>15. J\u00e4nner 2018<\/p>\n<div id=\"m_-6912364141343892458ygrp-text\">\n<p style=\"text-align: left;\"><b>Trinh T. Minh-ha <i>Elsewhere, Within Here<\/i><\/b>\u00a0(London, N.Y., 2011 bzw. Wien, Berlin, 2017).)<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir starten ins neue Jahr mit den wundervoll poetischen, dabei theoretisch brillanten Texten Trinh T. Minh-has, n\u00e4mlich &#8222;Foreignness and the New Color of Fear&#8220; (dt. von Kathrina Menke &#8222;Fremdheit und der neue Farbton der Angst&#8220;), in dem sie u.a. \u00fcber das &#8222;Mauer-Ereignis&#8220; spricht. Und &#8222;Other Than Myself, My Other Self&#8220; (ebenfalls dt. von Kathrina Menke &#8222;Anders als mein Selbst, mein anderes Selbst&#8220;), an dem uns vor allem die Darstellung von Verh\u00e4ltnissen zwischen Selbst und &#8218;Anderen&#8216; interessiert.<\/p>\n<hr \/>\n<p>27. November 2017<\/p>\n<p><strong>Marianne Pieper: \u201c<b>Assemblagen von Rassismus und Ableism. Selektive Inklusion und die Fluchtlinien affektiver Politiken in emergenten Assoziationen\u201d\u00a0<\/b><\/strong><b> <\/b>(<a href=\"http:\/\/movements-journal.org\/issues\/03.rassismus\/05.pieper--assemblagen.von.rassismus.und.ableism.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">movements | Jg. 2, Heft 1\/2016 <\/a>|) Piepers Analyse von Verschr\u00e4nkungen von Rassismus und Ableismbasiert auf einem ethnografischen Forschungsprojekt \u00fcber den Arbeitsmarktzugang von rassistisch und als behindert markierten Menschen in Deutschland. Sie skizziert zun\u00e4chst ihre theoretische Positionierung zum Rassismus und beschreibt dann auf der Basis von Analyseergebnissen, wie sich Rassismus und Ableism in Grenzziehungspolitiken in einer Orientierung an \u00f6konomischer Verwertbarkeit von K\u00f6rpern verkoppeln: \u201cDies betrifft z.B. Personen, die im Zuge ihres Migrationsprozesses im \u00dcberqueren territorialer Grenzen den Subjektstatus \u201atraumatisierte Asylbewerber_innen\u2018 erhalten, aus dem sowohl Schutzrechte als auch Limitierungen im Zugang zu Rechten und zum Arbeitsmarkt resultieren.\u201d<\/p>\n<p>Pieper schl\u00e4gt f\u00fcr diese Forschung, die aktuelle Erscheinungsformen von Rassismus und Ableism wie auch die Komplexit\u00e4t des umk\u00e4mpften Feldes in den Blick nehmen will, ohne die untersuchten Subjekte ausschlie\u00dflich als \u2018Opfer\u2019 oder \u2018autonome Akteuer*innen\u2019 zu begreifen, eine Analytik des Werdens vor: \u201cMit dem analytischen Format des \u201eagencements\u201c (Deleuze\/Guattari 1992) bzw. der Assemblage beschreibe ich eine Forschungsperspektivierung, mit der es gelingt, die ephemeren Prozesse der Transformation bzw. eines Werdens in den Blick zu nehmen. In einem letzten Schritt diskutiere ich das Zusammenspiel der multiplen Grenzziehungen von Rassismus und Ableism mit der produktiven Kraft des Affizierens, der F\u00fcrsorge und der Herstellung eines Gemeinsamen. In den Assemblagen des Rassismus bilden sie das Movens von Fluchtlinien der Deterritorialisierung bestehender Verh\u00e4ltnisse.\u201d<b><br \/><\/b><\/p>\n<hr \/>\n<p>23. Oktober 2017<\/p>\n<p><b>Jasbir Puar: Bodies with New Organs. Becoming Trans, Becoming Disabled <\/b>(von Social Text 124, Vol. 33, No. 3 \/ September 2015, 45-73), ein Text, in dem Puar das Verh\u00e4ltnis der Kategorien &#8222;trans&#8220; und &#8222;Behinderung&#8220; zueinander betrachtet und danach fragt, wie eine gemeinsame Politik aussehen k\u00f6nnte und welche Rolle Theorien der Assemblage dabei spielen. F\u00fcr ihre Argumentation konzentriert sie sich auf drei Aspekte: den rechtliche Apparat, der Trans* und &#8218;Behinderung&#8216; als einander ausschlie\u00dfend fasst und die Aufrechthaltung eines normativen Geschlechts f\u00fcr den &#8218;Behinderten&#8216;-Status verlangt, die Felder der Trans Studies und der Disability Studies, die sich um bestimmte als au\u00dfergew\u00f6hnlich beschriebene Figuren drehen, sowie auf Priorit\u00e4ten politischer Organisierung.<\/p>\n<p>Puar schl\u00e4gt eine andere Verbindung zwischen Disability und trans vor, \u201ctrans werden,\u201d die Diskurse um &#8218;Behinderung&#8216;, trans*, Rassisierung und (Inter)Spezies miteinander verkn\u00fcpft, um Grenzen durch die Kraft ontologischer Vielheit durchl\u00e4ssig zu machen: &#8222;What kinds of assemblages appear that might refuse to isolate trans as one kind of specific or singular variant of disability and disability as one kind of singular variant of trans? What kind of political and scholarly alliances might potentiate when each takes up and acknowledges the inhabitations and the more generalized conditions of the other, creating genealogies that read both as implicated within the same assemblages of power?&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p>26. Juli 2017<\/p>\n<p><strong>Gayle S. Rubin, Deviations: A Gayle Rubin Reader <\/strong>(Duke University Press 2011) [Kapitel \u201cThinking sex: notes for a radical theory of the politics of sexuality\u201d (1984) und Kapitel \u201cAfterword to \u201cThinking sex: notes for a radical theory of the politics of sexuality\u201d\u201d (1993).] Eine Kurzbeschreibung des Buches findet sich hier: <a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"https:\/\/www.dukeupress.edu\/deviations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dukeupress.edu\/deviations<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>10. Mai 2017<\/p>\n<p><strong>bell hooks,<\/strong> <strong>Outlaw Culture. Resisting representations<\/strong> (New York\/London: Routledge, 1994) [Kapitel 1 &#8222;Power to the pussy&#8220; 9-26, Kapitel 6 &#8222;Talking sex&#8220; 85-95 und Kapitel 20 &#8222;Love as practice of freedom&#8220; 289-298]\n<hr \/>\n<p>22. M\u00e4rz 2017<\/p>\n<p><strong>bell hooks,<\/strong> <strong>Outlaw Culture. Resisting representations<\/strong> (New York\/London: Routledge, 1994) [Einleitung 1-8, Kapitel 13 &#8222;Spending culture &#8211; Marketing the black underclass&#8220; 169-179 und Kapitel 15 &#8222;Seeing and making culture &#8211; Representing the poor\u201d 193-201]\n<p>According to the Washington Post, no one who cares about contemporary African-American cultures can ignore bell hooks electrifying feminist explorations. Targeting cultural icons as diverse as Madonna and Spike Lee, Outlaw Culture presents a collection of essays that\u2026<\/p>\n<hr \/>\n<p>25. J\u00e4nner 2017<\/p>\n<p><strong>Rosalind Gill,<\/strong> &#8222;<strong>Postfeminist Media Culture \u2013 Elements of a Sensibility&#8220;<\/strong> (European journal of cultural studies, 2007; 10; 147-166)<\/p>\n<p>The notion of postfeminism has become one of the most important in the lexicon of feminist cultural an alysis. Yet there is little agreement about what postfeminism is. This article argues that postfeminism is best understood as a distinctive sensibility, made up of a number of interrelated themes. These include the notion that femininity is a bodily property; the shift from objectification to subjectification; an emphasis upon self-surveillance, monitoring and self-discipline; a focus on individualism, choice and empowerment; the dominance of a makeover paradigm; and a resurgence of ideas about natural sexual difference. Each of these is explored in some detail, with examples from contemporary Anglo-American media. It is precisely the patterned articulation of these ideas that constitutes a postfeminist sensibility. The article concludes with a discussion of the connection between this sensibility and contemporary neoliberalism.<\/p>\n<hr \/>\n<p>21. Dezember 2016<\/p>\n<p><strong>Ulrika Dahl, &#8222;(Re)figuring Femme Fashion&#8220;<\/strong>\u00a0 (In: Lambda Nordica 2009. Vol. 14, no 3-4, 43-77)<\/p>\n<p>Die schwedische Kulturanthropologin* Ulrika Dahl ist manchen vielleicht bekannt durch ihr gemeinsam mit d* Fotograf* Del LaGrace Volcano publiziertes Buch Femmes of\u00a0 power: exploding\u00a0 queer\u00a0 femininities\u00a0 (Serpent\u2019s\u00a0 Tail,\u00a0 2008). In ihrem furiosen und eloquenten Essay \u201cFemme Fashion\u201d schl\u00e4gt sie vor, Femme analog eines Becoming als ein Fashioning, als endlosen und niemals vollst\u00e4ndigen Prozess zu verstehen: \u201cUnable\u00a0 to\u00a0 fashion\u00a0 an\u00a0 outfit \u00a0or\u00a0 an\u00a0 article\u00a0 without\u00a0 the\u00a0 technologies that\u00a0 make\u00a0 me\u00a0 in\u00a0 the\u00a0 flesh\u00a0 and\u00a0 in\u00a0 writing,\u00a0 with fashion\u00a0 I\u00a0 am\u00a0 endlessly becoming\u00a0 femme,\u00a0 becoming\u00a0 subject,\u00a0 becoming\u00a0 writer;\u00a0 a queerly\u00a0 feminine\u00a0 body\u00a0 of flesh\u00a0 and\u00a0 knowledge.\u201d<\/p>\n<hr \/>\n<p>9. November 2016<\/p>\n<p><strong>Jos\u00e9 Esteban Mu\u00f1oz, Cruising Utopia: The Then and There of Queer Futurity\u00a0<\/strong> (New York\/London: N.Y. Universtity Press, 2009, 1-32)<\/p>\n<p>Wir diskutierten die Einleitung (&#8222;Feeling Utopia&#8220;) und das erste Kapitel ( &#8222;Utopian Hermeneutics in the Face of Gay Pragmatism&#8220;) aus Jos\u00e9 Esteban Mu\u00f1oz\u2019 Cruising Utopia. Dabei geht es nicht um die Frage nach einem anderen Ort, sondern vielmehr um ein utopisches Potenzial, um etwas, das gegenw\u00e4rtig ist, aber (noch) nicht tats\u00e4chlich existiert. Hierf\u00fcr unterzieht Mu\u00f1oz u.a. Ernst Bloch einer Relekt\u00fcre.<\/p>\n<hr \/>\n<p>6. Juli 2016<\/p>\n<p><strong>Octavia Butler, &#8222;Bloodchild&#8220;<\/strong> (1984, Isaac Asimov&#8217;s Science Fiction)<\/p>\n<p>Wir diskutierten ausnahmsweise keinen theoretischen, sondern einen literarischen Text: die Kurzgeschichte \u201cBloodchild\u201d von Octavia Butler. Die mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichnete Geschichte wurde bereits 1984 in Isaac Asimov&#8217;s Science Fiction ver\u00f6ffentlicht. Die Menschen sind aufgrund der Katastrophen auf der Erde auf einen anderen Planeten gefl\u00fcchtet. Die dort ans\u00e4ssige Spezies kann ihre eigenen Nachkommen nicht austragen, aus diesem Grund pflanzen die Tlic sich gemeinsam mit den m\u00e4nnlichen Erdlingen fort. Butler verfolgt hier also die Ideen der m\u00e4nnlichen Schwangerschaft sowie der Interspezies-Intimit\u00e4t und Fortpflanzung.<\/p>\n<hr \/>\n<p>18. Mai 2016<\/p>\n<p><strong>Margaret Grebowicz und Helen Merricks, Beyond the Cyborg: Adventures with Donna Haraway<\/strong>\u00a0(N.Y.: Columbia University Press 2013) [Kapitel \u201cStories\u201d, 112-136]\n<p>Die Autorinnen* untersuchen in dem Kapitel, das wir diskutierten, welche Funktion Science Fiction in den Texten von Donna Haraway erf\u00fcllt, in welcher Weise gerade feministische Science Fiction bei Haraway als kritisches Werkzeug und als imagin\u00e4re Ressource zum Einsatz kommt, um ein anderes Nachdenken \u00fcber (Natur)Wissenschaften und Naturkulturen zu erm\u00f6glichen. Wir versprechen uns von der Lekt\u00fcre, Erkenntnisse zu Haraways Arbeiten im Speziellen und Anregungen f\u00fcr ein Nachdenken \u00fcber Literatur und Geschichten als imagin\u00e4re Ressource f\u00fcr Theorie im Allgemeinen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>20. April\u00a02016<\/p>\n<p><strong>Stacy Alaimo, &#8222;Trans-Corporeal Feminisms and the Ethical Space of Nature&#8220;<\/strong> (in: Stacy Alaimo &amp; Susan Hekman: Material Feminisms. Bloomington\/Indianapolis: Indiana University Press, 2008, 237-264)<\/p>\n<p>Stacy Alaimo schl\u00e4gt vor, den menschlichen K\u00f6rper zu erweitern und als \u201ctrans-corporeality\u201d zu verstehen, ein Begriff, der K\u00f6rper und Umwelt zu einer untrennbaren Einheit verschmilzt. Anhand des Beispiels von vergifteten K\u00f6rpern zeigt sie, dass diese nur als Zusammenspiel von Umweltschutz, menschlicher Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit und vieler weiterer Faktoren zu begreifen sind.\u00a0 Trans-corporeality als theoretische Verortung sei eine produktive Vermischung von Theoretisierungen des K\u00f6rpers und der Umwelt. Einhergehend damit reflektiert sie, wie die Aktivit\u00e4t nichtmenschlicher Entit\u00e4ten gedacht werden kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p>9. M\u00e4rz\u00a02016<\/p>\n<p><strong>Eva Hayward, &#8222;Spider City Sex&#8220;<\/strong> (Women &amp; Performance: a journal of feminist theory, Vol. 20, No. 3, November 2010, 225\u2013251)<\/p>\n<p>Im Rahmen der Besch\u00e4ftigung mit Materie und Materialit\u00e4t lasen wir den Text von Eva Hayward, der das Verh\u00e4ltnis von K\u00f6rper und Umwelt anhand Ihrer Erfahrungen der Transition in San Francisco untersucht. Um das Zusammenspiel von Empfindung und Raum zu erkunden, bedarf es Ihres Erachtens der Aufmerksamkeit nicht nur f\u00fcr gebaute Umwelt, sondern auch f\u00fcr andere nicht-menschliche Akteuri*nnen: \u201cGuided by figural and literal spiders and the effects of hormone replacement therapy in the form of horse urine (Premarin), this essay proffers that transsexuality is relational in terms of social, economic, and political milieus as well as spatial, affective, and speciated registers.\u201d<\/p>\n<hr \/>\n<p>17. Februar\u00a02016<\/p>\n<p><strong>Nikki Sullivan, &#8222;The somatechnics of perception and the matter of the non\/human: A\u00a0<\/strong><strong>critical response to the new materialism&#8220;<\/strong> (European Journal of Women&#8217;s Studies, 19 (3) 2012, 299\u2013313)<\/p>\n<p>Wir diskutierten einen Text von Nikki Sullivan, der der Kritik nachgeht, feministische sozialkonstruktivistische bzw. poststrukturalistische Ans\u00e4tze lie\u00dfen die Materialit\u00e4t k\u00f6rperlicher Existenz au\u00dfer Acht. Damit einher gehe oft der Vorwurf, dass diese Ans\u00e4tze nichtmenschliches tierisches Leben ignorierten. Diese Kritik liest Sullivan (gemeinsam mit Sara Ahmed) als Gr\u00fcndungsgestus des New Materialism. In Auseinandersetzung mit Positionen des New Materialism , vor allem mit einem Artikel von Myra Hird: \u201cAnimal Trans\u201d (2008), skizziert Sullivan diesen Gr\u00fcndungsgestus und argumentiert, \u201cthat matter is inextricable from the I\/eye that perceives it: perception makes \u2018matter\u2019 matter, it makes\u2019 some-thing\u2019 (that is no-thing) (un)become as such, it makes \u2018it\u2019 intelligible.<\/p>\n<hr \/>\n<p>2. Dezember 2015<\/p>\n<p><strong>Lauren Berlant und Michael Warner, &#8222;Sex in Public&#8220;<\/strong> (in: Critical Inquiry 24 (2) 1998, 547\u2013566) (dt. Fassung von Birgit Kaiser und Kathrin Thiele: \u201cSex in der \u00d6ffentlichkeit\u201d.\u00a0 In: Haase, Matthias; Siegel, Marc; W\u00fcnsch, Michaela (Hg.*innen): Outside. Die Politik queerer R\u00e4ume. Berlin: b_books 2003,\u00a0 77-103)<\/p>\n<p>Ein Text, der einen Punkt ber\u00fchrt, der f\u00fcr feministisches Denken seit jeher von Bedeutung ist: Die Frage nach der Trennung von \u00d6ffentlichem und Privatem. Dabei sp\u00fcrt der Text die Privilegierung und Hegemonie von Heterosexualit\u00e4t auf und legt so Grundlagen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Heteronormativit\u00e4t, w\u00e4hrend er gleichzeitig die Bildung queerer Kultur propagiert: \u201cDies umfasst nicht nur einen sicheren Bereich f\u00fcr queeren Sex, sondern auch ver\u00e4nderte M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Identit\u00e4t, Verst\u00e4ndlichkeit, \u00d6ffentlichkeiten, Kultur und Sex, die sich er\u00f6ffnen, wenn das heterosexuelle Paar nicht mehr der alleinige Bezugspunkt oder das privilegierte Beispiel sexueller Kultur ist.\u201d<\/p>\n<hr \/>\n<p>30. September 2015<\/p>\n<p><strong>Rosi Braidotti, The Posthuman\u00a0<\/strong>(Cambridge: Polity Press; 2013) (dt. Fassung von Thomas Laugstien: Posthumanismus. Leben jenseits des Menschen. Frankfurt\/New York: Campus 2014) [2. Kapitel: 61-108]\n<p>Diskutiert wurde\u00a0das zweite Kapitel aus Rosi Braidottis\u00a0The Posthuman: \u201cPost- Anthropocentrism: Leben jenseits der Art\u201d.\u00a0Die posthumane Situation kennzeichnet Braidotti als \u201cvitale, selbstorganisierende, aber nicht-naturalistische Struktur des Lebendigen selbst\u201d. Es geht ihr um ein Natur-Kultur- Kontinuum (in Donna Haraways Worten: um Naturkulturen), um die Aufhebung des Dualismus Natur\/Kultur und die Betonung der \u201cselbstorganisierenden Kraft lebendiger Materie\u201d. Im ersten und einf\u00fchrenden Kapitel (siehe Theoriekr\u00e4nzchen am 8. Juli 2015) ging es um die Frage, was das Posthumane ist bzw. um die Kl\u00e4rung der theoretischen und historischen Zug\u00e4nge zum Posthumanen. Nach Diskussion dieses Kapitels war die Frage, wie Braidotti nun tats\u00e4chlich Naturkultur, also die Aufl\u00f6sung des Dualismus denkt, noch nicht hinl\u00e4nglich gekl\u00e4rt, deshalb widmeten wir uns noch dem 2. Kapitel, in dem es um die Verabschiedung nicht nur des Humanismus, sondern auch des Anthropozentrsimus geht und Braidotti die Frage verfolgt, welche neuen Formen von Subjektivit\u00e4t durch das Posthumane gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<hr \/>\n<p>8. Juli 2015<\/p>\n<p><strong>Rosi Braidotti, The Posthuman\u00a0<\/strong>(Cambridge: Polity Press; 2013) (dt. Fassung von Thomas Laugstien: Posthumanismus. Leben jenseits des Menschen. Frankfurt\/New York: Campus 2014) [1. Kapitel, 19-60]\n<p>Diskutiert wurde das\u00a0erste Kapitel &#8222;Posthumanismus jenseits des Selbst&#8220; aus Rosi Braidottis derzeit \u2013 auch im Kontext des sogenannten New Materialism \u2013 viel diskutiertem Buch The Posthuman (2013).\u00a0Die posthumane Situation kennzeichnet\u00a0 Braidotti als \u201cvitale, selbstorganisierende, aber nicht-naturalistische Struktur des Lebendigen selbst\u201d. Es geht ihr um ein Natur-Kultur- Kontinuum (in Donna Haraways Worten: um Naturkulturen), um die Aufhebung des Dualismus Natur\/Kultur und die Betonung der \u201cselbstorganisierenden Kraft lebendiger Materie\u201d. Im ersten und einf\u00fchrenden Kapitel geht es um die Frage, was das Posthumane ist bzw. um die Kl\u00e4rung der theoretischen und historischen Zug\u00e4nge zum Posthumanen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>20. Mai 2015<\/p>\n<p><strong>Rita Felski, &#8222;Fin de si\u00e8cle, Fin du sexe. Transsexuality, Postmodernism, and the Death of History&#8220;<\/strong> (in: Susan Stryker &amp; Stephen Whittle (ed.s): The Transgender Studies Reader.\u00a0New York\/London: Routledge 2006, 565-573) [Orig. in: Robert Newman (ed.): Centuries&#8216; Ends. Narrative Means. Stanford University Press 1996]\n<p>Diskutiert wurde\u00a0mit Rita Felskis \u201cFin de si\u00e8cle, Fin du sexe. Transsexuality, Postmodernism, and the Death of History\u201d kein brandaktueller Text, uns hat er interessiert, weil er der Frage nach dem Zusammenhang zwischen Diskursen \u00fcber das Ende der Geschichte und \u00fcber das Ende des Geschlechts nachgeht. Felski widmet sich dabei vor allem Baudrillard und Haraway, dar\u00fcber hinaus untersucht sie, in welcher Weise transgender in feministischer Theoriebildung aufgegriffen wird bzw. wurde \u2013 eine Frage, die sicher nach wie vor wert ist, diskutiert zu werden.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Momentan sind keine Veranstaltungen geplant. 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